IRAY AINA
Madagaskar:
Seit mehr als 15 Jahren pflegt die KAB Aachen eine Partnerschaft mit der IRAY AINA, der Katholischen Arbeitnehmer Bewegung in Madagaskar (mtc-madagaskar.de). In dem zweitgrößten Inselstaat der Welt leben über 17,5 Millionen Menschen. Etwa zwei Drittel der Bevölkerung müssen mit weniger als einem US-Dollar pro Tag ihren Lebensunterhalt bestreiten. Gerade für Bauern, Arbeiter und Frauen ist es oft schwierig, ihre Familien zu ernähren oder das Schulgeld für ihre Kinder aufzubringen.
Im Stadtteil Itaosy der madagassischen Hauptstadt Antananarivo ist die IRAY AINA dank engagierter Frauen besonders erfolgreich. Mit Hilfe von IRAY AINA schließen sich die Einwohner zu kleinen Manufakturen zusammen, um eine Verdienstmöglichkeit zu schaffen. Hier werden Fischernetze hergestellt, Obst eingekocht, Messer produziert und Schweine gezüchtet. Die Bewegung hat mittlerweile begonnen, diese Produkte über eigene Strukturen der IRAY AINA zu vertreiben. Diese Maßnahmen werden flankiert vom Aufbau eines Systems von Mikrokrediten.
Ein weiteres Problem in Madagaskar ist die hohe Verschuldung. Aus Verzweiflung haben ein Großteil der Landbevölkerung und Angestellte Gelder zu Wucherzinsen (von bis zu 300 % p.a.) geliehen. Um diese Familien aus der Verschuldung zu befreien, bildet die IRAY AINA z.B. in der Küstenregion um Vohemar mit den Einwohnern bäuerliche Gemeinschaften. Hier wird gemeinsam Reis, Nelken oder Vanille angebaut und verkauft. Oft ist dies das einzige Einkommen für die Familien. Anteile der Ernte werden in sogenannten Reisbanken eingelagert, um sich preiswertes Saatgut zu sichern oder Vorräte für die eigene Versorgung aufzubauen. Mit dem Geld aus den Verkäufen können die Kredite zurückbezahlt werden.



